4.Tag:

Es regnet in Strömen. Wir frühstücken extra lange und hoffen auf besseres Wetter, was aber nicht kommt. Heute warten gut 1600 hm und 73 km auf uns und wir entschließen uns in voller Regenmontur loszufahren. Es geht jetzt erst mal 1000 hm bergauf über Alp Praveder nach Döss Radond dann weiter durchs Val Mora über Passo Val Mora und Passo di Fraele bis zum Stausee den wir rechts umfahren. Mittlerweile sind wir in Italien, nass bis auf die Haut, schlammverschmiert genervt und flüchten uns in eine Pause im Rifugio S. Giacomo. Hier können wir unsere Sachen an einem offenen Kamins trocknen, trinken den ersten original italienischen Cappucino der Tour und essen italienische Nudeln. Leicht angenervt überlegen wir ob wir heute die Alternativroute die wesentlich kürzer ist und weniger hm hat ab hier fahren. Nach ca. 2 Stunden klart dann aber das Wetter auf, die Sachen sind mittlerweile wieder halbwegs trocken, und wir sind auch wieder gut gelaunt.

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Deshalb beschließen wir die Tour wie geplant fortzusetzen und fahren weiter, vorbei am Stilfser Joch bis zum Aussichtspunkt Torri di Fraele wo sich eine super Aussicht bietet. Dann geht’s erst Richtung Arnoga, weiter über eine alte Militärstrasse die ca. 10 km höhengleich am Berg entlangführt und tolle Ausblicke auf die Ortlergruppe bietet, zum Schlussanstieg des Tages über Alpe Verva hoch zum Passo Verva. Hier wird’s noch mal richtig knackig, zuerst sehr steil mit Steinplatten und Schotter, später dann steil über felsige, grobe Piste. Oben angekommen gibt’s noch mal ein paar Schneefelder zu überfahren, dann wartet auch schon wieder eine knackige Grobschotterabfahrt auf uns bei der wir froh sind Vollgefedert unterwegs zu sein. Wir kommen mit glühenden Bremsscheiben in dem kleinen Bergdörfchen Eita an und gönnen unseren Händen eine kurze Pause bevor es über Asphalt hinunter ins auf 665 Metern gelegene Grosio geht. Unten im Tal sind die Temperaturen spürbar höher und wir besorgen uns erst mal 2 Flaschen Bier im Supermarkt und machen eine ausgedehnte Pause auf dem Rathausplatz mitten im Ort. Heute war wirklich ein anstrengender Tag, der komplett verregnete Vormittag hat viel Kraft gekostet und als die Sonne hinter den Bergen untergeht raffen wir uns auf und kümmern uns um eine Unterkunft in der Albergo Sassella. Hier hätten wir uns besser angemeldet, denn da es schon später ist und ein Motoradclub vor uns angekam ist das Hotel ausgebucht. Jimi der Chef des Hauses hat aber noch eine Notunterkunft zu Hand die einige Gassen ums Eck liegt. Wir Handeln den Preis noch von 50,- € (Halbpension) auf 45,-€ runter und ziehen ein. Wir sind im Keller eines Hinterhauses im Doppelbett untergebracht, direkt neben der Ölheizung und es riecht fürchterlich nach Heizöl. Das gefällt uns gar nicht und nach einem weiteren Gespräch mit Jimi ziehen wir in die oberen Etagen um. Wir haben jeder ein Einzelzimmer mit Fernseher und sind zufrieden. Noch zufriedener werden wir dann bei Abendessen im hoteleigenen Restaurant. Das 4-Gänge Menü schmeckt hervorragend, die Weine sind erlesen und der Kellner ist echt nett und berät uns bei der Auswahl der regionalen Spezialitäten. Mach dem Essen gehen wir noch in eine Hinterhofkneipe auf ein Bier. - Hier in Grosio spürt man so richtig das italienische Flair, und es ist echt lustig sich mit meinem schlechten Italienisch und Händen und Füssen verständlich zu machen. Da morgen ein harter Tag mit 2350 hm auf uns wartet gehen wir dann auch schlafen. Wir haben bis heute mehr als die Hälfte der Tour hinter uns gebracht.

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